TAPEZIEREN Profi-Tipp Entscheiden Sie sich für hochwertige Tapeten mit Musterung, achten Sie darauf, dass alle Tapetenrollen von derselben Fertigungsserie stammen. Als Anhaltspunkt können Sie die aufgedruckten Fertigungsnummern vergleichen. So schließen Sie geringe Farbabweichungen von Serie zu Serie, die auch bei teueren Tapeten vorkommen können, aus. Raufaser-Tapeten DER dezente Klassiker schlechthin, der fast immer und zu allem passt: Sie sind vielseitig einsetzbar und sehen auch nach mehrmaligem Überstreichen mit Dispersionsfarben noch gut aus. Durch ihre strukturierte Oberfläche gleichen Sie Unebenheiten und kleine Risse auf dem Untergrund aus, sind atmungsaktiv sowie struktur- und formstabil. 1864 von der noch heute tätigen Wuppertaler Firma "Erfurt" erfunden, erfreut sich dieser Evergreen wieder zunehmender Beliebtheit: Tapeten mit Struktur statt Farbe –seien es Raufaser-Tapeten oder Profil-Tapeten, auf die wir weiter unten zu sprechen kommen- liegen im Trend. Fast 50 Prozent aller verkauften Tapeten sind Raufaser-Tapeten. Ihre raue Struktur verdankt diese Tapeten-Art unterschiedlich großen Holzfasern, die zwischen mehreren (meist drei) Papierschichten eingearbeitet sind. Die oberste Schicht ist eine glatte Oberschicht, durch welche die Konturen der eingearbeiteten Holzfasern deutlich zu sehen sind. Dieser Aufbau ist für die sehr hohe Reißfestigkeit und Robustheit –auch im nassen Zustand!- verantwortlich. Wenn Sie der Umwelt und Ihrem Gewissen etwas Gutes tun wollen, wählen Sie am besten eine Raufaser-Tapete mit Recycling-Fasern. Heutzutage bestehen fast alle hochwertigen Raufaser-Tapeten aus mindestens 90% Recycling-Fasern. Des weiteren sind Raufaser-Tapeten ansatzfrei zu verkleben, wodurch sie leicht zu verarbeiten sind und als ideale Tapeten für Tapezier-Novizen gelten. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Sehr einfach zu verarbeiten, sehr anfänger-freundlich. Papier-Tapeten Papier-Tapeten –zu denen übrigens auch oben bereits angesprochene 70er-Jahre-Tapeten gehören- bestehen aus zwei Papierschichten, von denen die obere Schicht farbig bedruckt ist. Je nach Qualität der Tapete ist die bedruckte Schicht mehr oder weniger lichtbeständig, wodurch ein Vergilben und Verblassen durch Tageslicht-Einwirkung verhindert oder zumindest verzögert wird. Sehr beliebt sind bedruckte Papier-Tapeten -insbesondere mit Comic-Motiven- als Tapete für das Kinderzimmer. In immerhin 47 Prozent der Nachwuchs-Zimmer hängt eine solche Tapete. Auch sehr viele Designer-Tapeten mit ausgefallenen und exklusiven Mustern zählen zu dieser Tapeten-Gattung. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Einfach zu verarbeiten, anfänger-freundlich. Falls die Tapete Muster oder Abbildungen aufweist, etwas schwieriger: Dann nämlich muss der exakt passgenaue Ansatz beachtet werden. Papier-Präge-Tapeten Papier-Präge-Tapeten werden hergestellt, indem zwei Papierbahnen zusammengeklebt und im noch frischen Zustand mit Prägewalzen bearbeitet werden ("Duplex-Prägung"). Durch die Nassverformung beider Papierbahnen wird das Prägemuster so fest und dauerhaft eingestanzt, dass es auch nach dem Tapeziervorgang noch bestens erhalten bleibt. Die meisten Papier-Präge-Tapeten besitzen bereits eine hochweisse Oberfläche, können jedoch bei Bedarf zusätzlich mit Dispersionsfarben gestrichen werden. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Einfach zu verarbeiten, da das Prägemuster –vor allem bei teueren Papier-Präge-Tapeten- so dauerhaft eingestanzt ist, dass man es quasi kaum beschädigen kann. Im Großen und Ganzen anfänger-freundlich. Profil- oder "Struktur-Vinyl"-Tapeten Immer größer werdender Beliebtheit erfreuen sich die sog. "Profil-Tapeten": Im Herstellungsverfahren erzielt expandierender Kunststoff ein vollflächiges reliefartiges Design von beeindruckender Plastizität und Lebendigkeit. Der dreidimensionale Relief-Effekt kann, je nach Tapete, durch entsprechende Farbgebung noch verstärkt werden. Falls Sie sich fragen, warum Sie das aufwändigere Tapezieren nicht einfach sein lassen und stattdessen einfach streichen sollen, dann sollten Sie einen Blick auf das große Angebot von Profil-Tapeten werfen: Es gibt Tapeten mit so beeindruckender und einzigartigem Oberflächen-Design wie Sie es mit einem einfachen Anstrich niemals erreichen könnten. Diese Tapeten-Art ist ähnlich robust wie die bewährte Raufaser-Tapete: Profil-Tapeten sind vergleichsweise teuer, weisen dafür in aller Regel aber erstklassige Qualitätsmerkmale auf. Durch ihre hohe Atmungsaktivität, ihre hohe Beständigkeit gegen Lichteinflüsse und ihre schwere Entflammbarkeit eignet sie sich auch für Räume, deren Luftfeuchtigkeit über dem Durchschnitt liegt, also z.B. Bad und Küche. Schimmelpilze haben bei dieser meist äußerst hochwertigen Tapeten-Art kaum eine Chance. Auch ihre Robustheit hat die Profil-Tapete mit der Raufaser-Tapete gemein: Ohne weiteres verzeiht sie beim Tapezieren festes Andrücken. Die Relief-Struktur ist so beständig, dass sie nach dem Andrücken einfach wieder in voller Höhe herausfedert. Somit vertragen Profil-Tapeten auch einen etwas gröberen Umgang beim Tapeziervorgang (womit wir wieder beim Thema "anfängerfreundliche Tapete" wären!) und eignen sich auch gut zum Anbringen an Decken. Da die Relief-Struktur nur an der Vorderseite angebracht und die Rückseite glatt ist, können Profil-Tapeten nicht nur manuell, sondern auch mit Kleistergeräten eingekleistert werden. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Nicht ganz so einfach zu tapezieren wie die Raufaser-Tapete, aber es sind dennoch keine besonderen Schwierigkeiten zu erwarten. Durchaus anfänger-freundlich. Textil-Tapeten Auf eine Unterschicht aus Papier werden Kettfäden, Gewebe oder Gewirke aus Textilstoffen angebracht. Dabei werden Textilien aus Wolle, Jute, Seide, Leinen, Baumwolle, aber auch Kunstfasern eingesetzt. Aufgrund ihrer empfindlichen Oberfläche sind diese Tapeten recht schwer anzubringen, der Lohn der Arbeit ist jedoch ein unvergleichlich gemütliches Flair. Besonders zur Geltung kommen Textil-Tapeten in gemütlichen Wohnzimmern. Textil-Tapeten werden mit "normalem" Kleister verarbeitet. Aber es gilt eine Besonderheit zu beachten: Man sollte ihnen 15 bis 25 Minuten Einwirkzeit gewähren, also fast dreimal so viel wie einfacheren Tapeten-Arten. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Für Anfänger nicht geeignet, da die Oberfläche schnell ruiniert ist. Bevor Sie sich an Textil-Tapeten heranwagen, sollten Sie schon ein wenig Erfahrung mit "problemloseren" Tapeten (z.B. Raufaser) gesammelt haben! Vliesfaser-Tapeten Hier unterscheidet man zwischen zwei Unterkategorien: Fertige Vlies-Wandbekleidungen Vliesmaterialien zum Überstreichen mit Dispersionsfarbe "Vinyl"- oder "PVC"-Tapeten Die 1974 erfundenen "Vinyl- "oder "PVC"-Tapeten sind –wie der Name schon sagt- mit dem pflegeleichten Kunststoff "Vinyl" (Polyvinylchlorid, PVC) beschichtet und bestechen in erster Linie durch kompromisslose Pflegeleichtigkeit und schwere Entflammbarkeit. Ihr typisches Einsatzgebiet sind daher Wände in Hotelzimmern, Bädern, Duschen, Fluren, Treppenhäusern, Küchen, Kinderzimmern, Schulen, Büros und Behörden. Selbst starke Verschmutzungen lassen sich mit Bürsten und Wasser oder gar milden Seifenlaugen problemlos entfernen. Lediglich hartnäckigster Schmutz auf Öl- und Fettbasis ist selbst aus Vinyl-Tapeten nicht mehr herauszubekommen. Doch Vinyl-Tapeten haben nicht nur Vorteile: Aufgrund ihrer im Vergleich zu Papier-Tapeten etwas geringeren Wasserdampfdurchlässigkeit, was sich nachteilig auf das Raumklima auswirken kann und häufiges und gutes Lüften erfordert. Obwohl die zweckmäßigen Vinyl-Tapeten aus zwei fest miteinander verbundenen Schichten bestehen (Papier und eben Vinyl), lassen sie sich bei der Renovierung spaltbar abziehen. D.h., die Oberschicht aus Vinyl lässt sich trocken abziehen, die Unterschicht aus Papier verbleibt als Makulatur für die "neue" Tapete auf der Wand. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Auch für Anfänger problemlos, da äußerst robust und kaum kaputt zu bekommen. Kleinere Fehler bei der Verarbeitung, wenn z.B. versehentlich Kleister auf die Oberfläche kommt, sind aufgrund der guten Abwaschbarkeit problemlos auszumerzen. Metall-Tapeten Metall-Tapeten weisen eine auf die Papierträgerschicht kaschierte Metallbeschichtung auf (meistens aus Aluminium). Durch verschiedene Oberflächenbehandlung der Metallschicht lassen sich exklusive optische Effekte erzeugen. Da das Ätzen, Oxidieren, Prägen oder gar Handkolorieren der Oberfläche sehr aufwändig ist, sind Metall-Tapeten sehr teuer, was ihnen umso mehr einen exklusiven Hauch verleiht. Des weiteren ist das Tapezieren insbesondere mit dünnen Metall-Tapeten nur für fortgeschrittene Tapezierer empfehlenswert, da man jeden kleinen Arbeitsfehler in Form von Unebenheiten oder Falten sieht. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Nur für Fortgeschrittene geeignet. Bild-Tapeten Unser obiges Beispiel aus den 70ern...: Wandfüllende Motive, meist fotografisch oder fotorealistisch, meist Natur- und Landschaftsszenen oder Fantasy-Motive. Um ein professionelles Aussehen zu erreichen, müssen die einzelnen Tapeten-Bahnen selbstredend exakt passgenau aneinander tapeziert werden. Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Bild-Tapeten sind meist Papier-Tapeten. Sie sind daher problemlos in der Verarbeitung, jedoch muss der absolut passgenaue Ansatz beachtet werden. Velours-Tapeten Auf schweres, dickes Grundpapier werden durch elektrostatische Einflüsse in einer "Beflockungsanlage" Textilfasern aufgeflockt, was eine samtige bis flauschige Oberfläche aus Textil- oder Kunstfasern ergibt. Die Textiloberfläche ist sehr empfindlich, so dass man beim Andrücken der Tapete darauf achten muss, die Oberfläche nicht "plattzudrücken". Schwierigkeitsgrad der Verarbeitung: Sie sollten ein wenig Tapezier-Erfahrung haben, da Velours-Tapeten sehr empfindlich sind und keine Verarbeitungsfehler (wie z.B. Kleisterflecken auf der Oberfläche) verzeihen. Naturwerkstoff-Tapeten Auf dickes, robistes Papier werden Naturmaterialien wie Muscheln, Holzstrukturen, Pflanzenblätter, Gräser, Sand etc. kaschiert. Isolier-Tapeten Vor einigen Jahren war es angesagt, die Nischen von Heizkörpern mit einer speziellen Isolier-Tapete zu bekleiden. So sollte die Abwärme der Heizkörper besser reflektiert und effektiver für die Erwärmung des Raumes genutzt werden. Allerdings ist der Nutzen kaum messbar, so dass es mehr Sinn macht, die Wände statt mit Isolier-Tapeten mit herkömmlichen Methoden zu isolieren (gute Dämmung etc.). Bedarfsermittlung Nun ist es wichtig, zu ermitteln, wie viel Tapete sie überhaupt benötigen. Dazu müssen Sie die Länge aller zu tapezierenden Wandflächen ohne Türen und ohne Fenster, aber mit Fensterlaibung, zu messen. Auch die Höhe Ihrer Zimmer muss Ihnen bekannt sein, um den Bedarf an Tapeten zu ermitteln. Die so ermittelte Länge all Ihrer Wandflächen dividieren Sie durch die Breite der Tapetenrollen. Das Standard-Rollenmaß einer Euro-Tapete beträgt 0,53 Meter Breite, so dass Sie also durch 0,53 teilen müssen, um die Anzahl der benötigten Tapetenbahnen zu errechnen. Multiplizieren Sie die Anzahl der benötigten Tapetenbahnen mit Ihrer Raumhöhe und addieren Sie 10 bis 15% Verschnitt hinzu, erhalten Sie die gesamte Länge der benötigten Tapetenrollen(n). Sehr viel einfacher und dennoch relativ zuverlässig können Sie kalkulieren, wenn Sie diese bewährte Faustformel verwenden: Raumumfang (Länge aller Wände) x Raumhöhe (Länge der Tapetenbahnen) : 5 = ungefährer Bedarf. Bei Benutzung dieser Faustformel dürfen Sie die Flächen für Fenster und Türen allerdings nicht abziehen! Werkzeuge Ganz wichtig sind natürlich die richtigen Arbeitswerkzeuge. Nachfolgend eine Übersicht über die für die einzelnen Arbeitsschritte benötigten Accessoires: Messen, Planen und Berechnen: Zollstock, Bandmaß, Taschenrechner, Notizblock Zuschneiden der Bahnen: Tapezierschere, Kleisterbürste, Kunststoffeimer, Tapeziertisch Ausrichten: Bleistift, Wasserwaage, Lot Anbringen: Tapezierbürste, Tapezierwalze, Nahtroller Abschneiden des Überstandes: Universalmesser, Tapetenschiene, Tapetenschere, Cutter Profi-Tipp Die Investition in eine hochwertige Tapetenschere lohnt sich, da diese Schere auch bei anderen Heimarbeiten erfolgreich eingesetzt werden kann. Diese Scheren schärfen sich vom Design her teilweise auch etwas selbst. Besonders eine Tapete mit Kleister kann ohne die richtige Schere beim Anschneiden sehr umständlich werden. Fein- und Nacharbeiten: kleine und spitze Schere, Universalmesser Profi-Tipp Kinder sind von Natur aus neugierig: Vorsicht mit dem Werkzeug ist angesagt (Universalmesser, Scheren, Eimer...)! Kleister Welcher der zahlreichen Kleister ist der beste? Wie bei (fast) allem gibt es hier nicht den "besten", sondern allenfalls den "geeignetsten". Es ist nämlich abhängig von der Art Ihrer Tapete, welcher Kleister der geeignetste für Ihr Vorhaben ist. Die meisten Papiertapeten verlangen nach einem "Standard"-Tapetenkleister, dessen Ansatzverhältnis abhängig vom Tapetengewicht ist. Genaue Angaben hierzu sollten auf der Kleisterpackung zu finden sein. Für Raufaser-, Präge- und Duplex-Prägetapeten benötigt man einen speziellen Kleister, der explizit für diese Tapetenarten verwendet werden darf. Das Ansatzverhältnis ist bei diesem Spezialkleister in der Regel eine Packung auf vier Liter Wasser. Textil-, Kettfaden- und einfache Gewebetapeten kleistert man mit einem Spezialkleister und gibt 20% Dispersions- oder Textiltapeten-Kleber hinzu. Hochwertige Gewebetapeten werden ausschließlich mit speziellem Dispersionskleber angebracht, Hinweise darauf liefert die Umverpackung und/oder der Beipackzettel der Tapete. Vinyl-, Strukturvinyl-, sonstige Kunststoff- und Profiltapeten erfordern einen speziellen Kleister und – falls sie in Feuchträumen angebracht werden sollen - die Hinzugabe von 20% Dispersionskleber, was der Tapete in diesen "komplizierten" Umgebungen zu besserer Haftung und somit höherer Lebensdauer verhilft. Theoretisch kann man Kleister auch selbst herstellen: Man nehme einen Liter Wasser und rühre ein Kilo Mehl oder Stärke hinein. Unter eifrigem Rühren gebe man noch zehn bis 15 Liter kochendes Wasser zu, bis eine gallertartige Masse entstanden ist. Doch davon raten wir ab, da dieser "Eigenbau-Kleister" sehr viel schlechter hält als Kleister aus professionell hergestelltem Konzentrat. Eine "Kompromisslösung" zwischen selbst hergestelltem "Natur-Kleister" und industriell hergestellten Kleistern sind "Öko-Kleister"-Konzentrate, die ebenfalls aus Stärke bestehen. Die bekanntesten Hersteller z.B. in Deutschland sind "Leinos", "Livos" und "Biofa". Falls der zu tapezierende Untergrund Rollenmakulatur oder spaltbare Rollenmakulatur aufweist, verwendet man im ersten Fall Tapetenkleister mit 10% Dispersionskleber und im zweiten Fall einen Spezialkleister zur Verwendung auf Spalt-Makulatur mit 20% Dispersionskleber. Untergundvorbereitung Soll die Freude über die neue Tapete lange währen – und davon gehen wir hier aus-, ist es von großer Bedeutung, zuerst einmal den Untergrund genauer zu betrachten, auf dem die Tapete angebracht werden soll. Die Vorbereitung des Untergrundes ist sogar so wichtig, dass Sie sich nicht wundern sollten, wenn dieser Arbeitsschritt mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Anbringen der Tapete selbst (!). Kurz gesagt, muss der zu tapezierende Untergrund – seien es Wände, seien es Decken - trocken, glatt und sauber sowie trag- und saugfähig sein. Mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Trick können Sie die Saugfähigkeit des Untergrundes prüfen: Benetzen Sie den Untergrund mit etwas Wasser. Perlt es ab, ohne einzuziehen, so ist der Untergrund nicht saugfähig genug, um eine Tapete langfristig zu halten. Färbt sich der Untergrund dagegen sofort dunkel, so ist die Saugfähigkeit zu hoch und gefährdet ein verzerrungsfreies Anbringen der Tapete. Ideal ist der Untergrund dann, wenn die Wassertropfen langsam einziehen. Aber was tun, wenn die Saugfähigkeit des Untergrundes nicht ideal ist? Wenn Sie nun schon fürchten, die Wand einreißen und neu hochziehen zu müssen, können wir Sie beruhigen: Das ist natürlich keinesfalls nötig. Ist der Untergrund nicht saugfähig genug, müssen Sie eine sog. "Rollenmakulatur" auftragen, welche im Baumarkt zu bekommen ist. Ist der Untergrund zu stark saugfähig, kleistern Sie den Untergrund einfach vor. Bitte beachten Sie hierbei das auf den Kleisterpackungen (oder deren Beipackzetteln) empfohlene Mengenverhältnis. In der Regel wird zum Vorkleistern eine Packung Kleisterpulver mit zehn Liter Wasser vermischt. Auch zum Testen der Tragfähigkeit des alten Anstriches haben wir einfache und problemlos durchführbare Tricks parat: Ritzen Sie mit einem scharfen Messer die "alte" Farbe an und bringen Sie auf der Einritzung einen Streifen Klebeband an. Ziehen Sie dieses dann ruckartig ab. Befinden sich nach dem Abziehen des Klebestreifens Farbpartikel daran, ist das ein Indiz dafür, dass der alte Anstrich bröckelt und nicht genügend Halt für die neue Tapete bietet. Er muss in diesem Falle restlos entfernt werden. Beim Entfernen alten Anstriches sind einige Grund- und Sicherheitsregeln unbedingt zu beachten: Noch vor wenigen Jahren waren Schadstoffe in Wandfarben völlig üblich: Schwermetalle wie z.B. Blei und giftige und gesundheitsschädliche Chemikalien wie z.B. Titandioxid sind keine Seltenheit. Wenn Sie alte Farbe abschleifen, sollten Sie daher unbedingt eine Gesichtsmaske tragen, um keine Partikel dieses gefährlichen Substanzen einzuatmen. Auch das Tragen von Handschuhen ist empfehlenswert. Profi-Tipp Verwenden Sie statt der sonst üblichen dicken Arbeitshandschuhe Latex-Handschuhe. Mit diesen bleibt Ihr "Fingerspitzengefühl" erhalten, was ein unerreicht präzises Arbeiten ermöglicht. Des weiteren sollten Sie eine Schutzbrille tragen, die auch seitlich geschlossen ist. Sie verhindern dadurch Augenverletzungen, die von umherfliegenden Farb- oder Putzsplittern herrühren. Doch nicht nur Ihre Gesundheit sollten Sie schützen, sondern auch Ihre Möbel und Ihren Teppichboden bzw. Ihr Parkett: Es ist klar, dass sowohl das Abschleifen von Farbe/Putz als auch das Arbeiten mit Kleister eine "mittlere Sauerei" veranstaltet. Falls Sie genügend Platz zur Verfügung haben, ist es ratsam, Ihre Möbel in Sicherheit zu bringen. Zur Not geht es auch, die Möbel allesamt in die Mitte des Zimmers zu rücken und sie möglichst dicht mit einer Plane abzudecken. Den Teppichboden können Sie zurückschlagen oder –falls er fest mit dem Fußboden verklebt ist- sorgfältig mit einer dicken, robusten Plane abdecken. Zum Schutz der Fußbodenleisten sollten auch diese entfernt werden (die meisten Leisten sind verschraubt. Sind sie verklebt, dann kleben Sie sie sauber ab. Abkleben sollten Sie auch die Steckdosen, die Ränder und Rahmen von Tür- und Fensterrähmen und die Lichtschalter. Die Tragfähigkeit von altem Putz wird auf ähnliche Art und Weise geprüft: Drücken Sie den Knauf eines Messers oder einen Fingernagel in den Putz. Bleibt danach eine deutlich sichtbare Einbuchtung zurück, so muss der Untergrund mit sog. "Tiefgrund" aus dem Baumarkt fester gemacht werden. Tiefgrund befestigt sandenden Putz und sorgt für eine auf ganzer Fläche gleichmäßige Saugfähigkeit. Der Tiefgrund muss vollständig in den Untergrund einziehen und kann bis maximal 1:1 mit Wasser verdünnt werden. Falls es sich bei den entfernten alten Tapeten um sog. "spaltbar abziehbare Tapeten" handelt, können Sie sich glücklich schätzen: Dann nämlich bleibt beim Abziehen dieser Tapeten die untere Schicht auf der Wand als Makulatur zurück, was einen idealen Untergrund für das Anbringen neuer Tapeten bedeutet. Falls Sie sich ärgern, dass Ihr Tapezier-Vorgänger Ihnen nicht den Komfort "spaltbar abziehbarer" Tapeten gegönnt hat, Sie diesen aber Ihrem Nachfolger zuteil werden lassen möchten, so achten Sie beim Tapeten-Neukauf auf das entsprechende Symbol auf der Tapeten-Umverpackung. Das Entfernen nicht "spaltbar abziehbarer" Tapeten kostet deutlich mehr Nerven: Doch durch die Benutzung eines "Tapetenablösers" aus dem – Sie ahnen es wahrscheinlich bereits - Baumarkt ist auch das keine unlösbare Aufgabe. Profi-Tipp: Die alte Tapete muss generell vollständig entfernt werden. Vinyl z.B. läßt sich oft nicht ohne weiteres einfach 'ablösen'. Der Trick ist 'hinter die Tapete' durchzudringen. Dies gelingt mit dem zarten Perforieren der Tapete durch ein Werkzeug wie z.B. dem Tiger der Firma Lehnartz: Hierdurch entsteht ein Kanalsystem, durch das Tapetenablöser oder Wasserdampf sofort an die alte Kleisterschicht gelangen können. Dampf-Tapetenablöser wirken umweltfreundlich mit Wasserdampf und ohne zusätzliche Chemie auf den alten Kleister und die Tapete ein: Es gibt im gut sortierten Fachhandel sogar "extra starke" Tapetenablöser, mit denen man auch hartnäckigen Raufaser-Tapeten zu Leibe rücken kann, die schon mehrfach mit Dispersionsfarben überstrichen wurden. Profi-Tipp Rühren Sie das Tapetenablöser-Konzentrat in heißem Wasser an, das erhöht die Wirkung deutlich und ermöglicht ein effektiveres und einfacheres Ablösen der alten Tapeten. Zum Einweichen einer alten Tapete eignet sich auch manchmal ein (sauberer) Farbroller. Da viel Feuchtigkeit mit der Walze sehr schnell aufgetragen werden kann, sollte auch der Boden entsprechend vom Überfluß der Feuchtigkeit geschützt werden. *** Vorsicht: Strom im Zimmer abschalten! *** Den angerührten Tapetenablöser (Mischungsverhältnis siehe Angaben auf der Packung) tragen Sie dann im noch heißen Zustand satt und flächendeckend auf die alten Tapeten auf. Am besten geht das mit einer Bürste oder einer Rolle vonstatten. Lassen Sie ihn 15 Minuten lang einwirken und machen Sie sich dann ans Abziehen der alten Tapeten. Nach ausgiebiger Einwirkzeit sollte dies sogar sehr komfortabel bahnenweise möglich sein. Nachfolgend eine detaillierte Übersicht, wie Sie welchen Untergrund am besten vorbereiten, um eine bestmögliche Ausgangsbasis für Ihre Tapezierarbeiten zu erhalten: Alte Tapeten Unter Einweichen ablösen, darunter liegenden Putz vorkleistern. Leimfarben Mit Wasser und Tapetenlöser (Baumarkt) abwaschen, danach lösemittelfreier Tiefgrund (Baumarkt) Dispersionsfarben Bei ausreichender Festigkeit einfach übertapezieren. Bei nicht ausreichender Festigkeit mit Wasser einweichen, einwirken und aufquellen lassen und dann abspachteln. Anschließend lösemittelfreien Tiefgrund (Baumarkt) auftragen. Lack- oder Ölfarben Anschleifen und/oder abschmirgeln, danach Rollenmakulatur (Baumarkt) aufkleben. Löcher und Risse im Untergrund Lose und abstehende Teile vorsichtig entfernen, mit Füllspachtel ausfüllen und glätten, um den Untergrund wieder eben zu machen. Unebenheiten im Putz Großflächig Füllspachtel auftragen und nach dem Austrocknen eben schleifen. Sandender, mürber Putz Festigung des Untergrundes mit Tiefgrund (Baumarkt). Zu rauer Putz Streichmakulatur anbringen (Achtung: Darf nicht unter Vinyl-Tapeten verwendet werden!) Rost- oder Wasserflecken Mit Isoliergrundierung (Baumarkt) abdecken. Notfalls geht auch Fensterlack. Schimmel Mit geeignetem chlorhaltigem Schimmel-Bekämpfungsmittel entfernen, die Stelle(n) nach der Einwirkzeit des Pilzbekämpfungsmittels gründlich abwaschen und bei sehr starker Feuchtigkeit Wand trockenlegen (eventuell sogar mit einem Spezialgebläse), dann eine Untertapete mit Kartonoberfläche anbringen. Weitere wichtige Infos bezüglich Schimmelpilz Beachten Sie, dass der Untergrund unbedingt glatt sein muss, bevor Sie die neuen Tapeten anbringen. Für kleinere Löcher, Risse und sogar Dübellöcher greift man zum Glätten am besten auf Instant-Spachtelmasse aus der Tube zurück. Diese ist sofort gebrauchsfertig. Zum Verspachteln größerer Wandschäden eignen sich diese Instant-Lösungen allerdings nicht – hierfür müssen Sie einen "echten" Füllspachtel anrühren und sich damit ans Werk machen. Besonders gute Ergebnisse lassen sich mit "Super-Haftspachtel" erzielen, der Kunstharz enthält und dadurch feste, dauerhafte Verbindungen mit dem Untergrund eingeht. Immer wieder begegnen mir bei meinen Besichtigungen Schimmelpilzflecke mitten in einer , die nach Aussage des Vermieters vorher niemals da gewesen sind und dann auf ein schlechtes Lüftungsverhalten schliessen lassen. So einfach ist das aber nicht, dazu lesen Sie nun bitte den nachfolgenden Bericht, damit Sie als Heimwerker nicht gleiche Fehler machen, wie andere. Sie haben sich ein altes Haus oder eine alte Eigentumswohnung gekauft oder gemietet und wollen nun renovieren. Ein Handwerker ist Ihnen zu teuer und auch da haben Sie schon schlechtes von Bekannten gehört und ein teures Risiko möchten Sie eben nicht eingehen, also frei nach dem Motto: „Selbst ist der Mann" werden nun die alten Tapeten entfernt und damit diese nicht lange rumliegen, sagt Ihre Frau zu Ihnen, bringe die alten Tapeten gleich zur Deponie. Aber halt! Haben Sie sich die alten Tapeten einmal genau angesehen? Waren eventuell im Kinderzimmer Flächen mit Wachs-, Fett- oder Ölkreide bemalt? In der Küche alte Fettflecke? Na klar sagen Sie, deshalb sollen sie ja ab. Solche Hinweise sind sehr wichtig und Sie sollten bereits beim Entfernen der Tapete diese Flächen auf der Wand markieren und ganz speziell an den Außenwänden. Weshalb, sage ich Ihnen gleich. Sehr oft ist an diesen Stellen Fett, Wachs oder Öl über Jahre hinweg in den Putz eingewandert und hat den Putz bereits soweit geschädigt, dass Sie diesen mit dem Spachtel einfach abschaben können. Als ordentlicher Heimwerker machen Sie dieses auch peinlich genau, bis wieder fester Putz erreicht wird. Je nach entfernter Putzdicke putzen oder spachteln Sie nun die Wand neu. Aber halt! Sind Sie sich sicher, dass der neue Putz oder Spachtel auf dem Untergrund fest haftet? Klar sagen Sie, der sitzt und fällt ja auch nicht ab. Nun kommt es dicke und Sie werden sich an den Kopf fassen und sagen, logisch, da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Das vorhandene Trennmittel ( Öl, Fett, Wachs usw. ) sitzt ja auch auf der Stein- oder Betonwand und verhindert natürlich das kraftschlüssige verbinden dieser zwei Materialien, die Haltbarkeit kommt zuerst einmal nur durch die hohe Feuchtigkeit und der Seitenverbindung zum vorhandenen, festen Putz. Unter dem Neuputz oder Spachtel bildet sich nach dem Abtrocknen ein Hohlraum, der neue Putz wird später durch die Warme Raumluft erwärmt und kann aufgrund der Luftschicht diese Wärme nicht auf dem direkten Weg durch die Wand abführen und natürlich auch die in der warmen Luft enthaltene Feuchtigkeit nicht, diese bleibt in dem Luftpolster hängen. An solchen Orten herrscht oftmals ein Tropenklima, feucht und warm. Ein idealer Brutplatz für Schimmelpilze, Nahrung findet er entweder im Trennmittel, im Wachs, dem Fett ganz besonders, oder auch im Öl und dem Spachtel oder Innenputz. Die heutigen Putze oder Spachtel enthalten nicht mehr wie früher Kalk, sondern modernere Bindemittel wie z.B. Kunstharze, Gipse oder ähnliches und die geben dem Schimmelpilz reichlich Nahrung. Also aufgepasst: Den Stein entweder soweit abschlagen, bis ein fettfreier Stein sichtbar wird - Wasserprobe machen - oder wenn der Stein dadurch zu dünn wird, entweder ersetzen oder mit einer alkalischen Lösung - pH-Wert ca. 8-10 – solange abwaschen, bis das Trennmittel sich verseift – gelblich, milchige Brühe – und danach solange weiterwaschen, bis die Brühe wieder klar wird, dann ist kein Trennmittel mehr vorhanden und Sie können getrost neu putzen und spachteln, ich würde mir einen weiteren Gefallen tun und kalkhaltigen Innenputz oder Spachtel verwenden. Tapezieren - es geht los. Nachdem Sie den Untergrund vorbereitet haben, kann es nun ans "eigentliche Werk" gehen, an das Anbringen Ihrer neuen Tapete. Der erste Schritt ist das Zuschneiden der Tapetenbahnen. Dabei ist es wichtig, dass Sie zur benötigten Bahnenlänge oben sechs und unten vier Zentimeter hinzuaddieren. Rollen Sie die Tapetenbahn mit der Rückseite nach oben auf Ihrem Tapeziertisch aus. Schneiden Sie die benötigte Tapetenbahn mit einem speziellen Tapetenmesser oder einer Tapezierschere ab. Bei Tapeten mit Muster ist beim Zuschnitt die Musterübereinstimmung, der sog. "Rapport" zu beachten. Denken Sie auch an den "Problemzonen" wie den Teilstücken um Fenster und Türen an den korrekten Versatz der Bahnen! Profi-Tipp Sie können ein ständig neues Vermessen vermeiden und so Arbeitsschritte und Zeit sparen, wenn Sie die erste zugeschnittene Tapetenbahn als Muster für weitere Zuschnitte benutzen. Nun kommt der Kleister ins Spiel: Während z.B. in den USA fertig angerührte Kleister üblich sind, sind auf dem europäischen Markt die Pulver-Konzentrate beliebter. Diese haben den Vorteil, dass man die Zähigkeit des Kleisters besser dosieren kann, indem man einfach mehr oder weniger Wasser dazugibt. Vorsicht: Ausrutschen auf Kleister (bzw. einem feuchtem Fußboden) kann schnell passieren! Auch Tapetenreste mit Kleister stellen kleine 'Fallen' dar. Es bedarf auch nur ein paar Tropfen Kleister auf einer Sprosse der Leiter um u.U. einen ernsthaften Unfall zu verursachen! Strom ausschalten im Arbeitsbereich nicht vergessen (Schalter, Steckdosen,..)! Profi-Tipp Rühren Sie den Kleister lieber erst mal zu dick als zu dünn an. Später können Sie, falls notwendig, den Kleister einfach durch Zugabe von Wasser schnell und unkompliziert verdünnen. Es gilt der Grundsatz: Je schwerer die Tapete ist, desto dicker muss der Kleister sein. Sie werden absehbar eine schöne Auswahl verschiedener Kleister in ihrem Baumarkt vorfinden.Wie bereits in userem 'Kleisterbereich' beschrieben, gilt es natürlich den optimalen Kleister für die Tapetenart zu wählen. Zu bedenken ist auch, daß dem Kleister (wie auch den Tapeten)bei Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit (Küche, Bad) besondere Beachtung in der Wahl geschenkt werden sollte. Sollten sie den herrlichen Luxus einer Kleistermaschine haben, dann sollte auch dieser Kleister so gemischt werden, daß sich er sich wunderbar gleichmäßig von der Kleisterwalze aufnehmen und auf die Tapete auftragen läßt (also Kleister nicht zu dickflüssig anrühren). Profi-Tipp Dispersionskleber, dessen Beimengung bei zahlreichen Tapetenarten erforderlich ist, ist gebrauchsfertig im Baumarkt zu bekommen und muss dem Tapeten- oder Spezialkleister nur noch in der gewünschten Dosierung hinzugefügt werden. Im großen Angebot der Baumärkte gibt es jedoch auch bereits fix und fertig gemischte spezielle Kleisterpulver, die bereits Dispersionskleber enthalten. Haben Sie den richtigen Kleister angerührt, machen Sie sich nun ans Einkleistern der zuvor zugeschnittenen Tapetenbahnen: Legen Sie die Tapetenbahn mit der Rückseite nach oben auf den Tapeziertisch und kleistern Sie die Bahn von der Mitte her zu den beiden Enden hin mit einer Kleisterbürste ein. Das Einkleistern sollte satt und gleichmäßig erfolgen. Wichtig ist, dass auch die Ränder genügend Kleister abbekommen, ansonsten droht die Gefahr einer baldigen Ablösung der Tapetenränder vom Untergrund. Trocken wird die Tapetenbahn zeitweilig dazu neigen sich selbst wieder an den Enden etwas "einzurollen". Damit sie schön flach bleibt, können die Ecken z.B. mit einer Münze (wie im Bild) gewichtet werden. Haben Sie die Tapetenbahn gut und gleichmäßig eingekleistert, müssen Sie sie zusammenlegen und ca. 10 bis 15 Minuten lang einweichen lassen. Zum Zusammenlegen klappen Sie die Bahn am einen Ende zu 2/3, am anderen Ende zu 1/3 um und achten darauf, dass die Längskanten genau aufeinander liegen. Ist dies nicht der Fall, trocknen die Ränder aus und haben später beim Anbringen an der Wand/der Decke keinen Halt mehr. Es sollten nun die eingekleisterten Flächen aufeinander liegen. Achten Sie darauf, daß die Endkanten der zusammengelegten Bahn kleine Schlaufen darstellen (nicht fest zusammenfalten!). Da die Bahnen absehbar meist die selbe Länge haben, können sie auch den Tapeziertisch am Rand mit ein paar Stückchen Klebeband bei den End- und Faltpunkten der ersten Bahn als Referenz für die nächsten Bahnen markieren. Nur sehr selten gelingt einem Anfänger auf Anhieb gleich das perfekte Zusammenlegen der ersten Bahn. Kein Problem: die Tapete kann leicht wieder für einen neuen Versuch auseinandergezogen werden. Nach dem Zusammenlegen läßt sich nun die Tapetenbahn unumständlich am Arm tragen. Wo die Decke oder der Boden gegenüber etwas Kleister empfindlich sein könnte, könnten Sie auch zwei bis drei Zentimeter der Tapetenbahn umschlagen, am oberen Ende ebenso. Dieser Überstand (eingekleistert oder nicht) dient dem sauberen Abschluß an der Decke und am Boden. Diese beiden schmalen Ränder sollten nach Möglichkeit dann nicht mit dem Tapetenkleister in Berührung kommen, da es sonst u.U. leichte Kleisterflecken später an einer empfindlichen Decke (oder Boden) geben könnte. Kleisterflecken an diesen Stellen lassen sich jedoch generell einfach mit einem feuchten Lappen oder Schwamm beseitigen. Zudem trocknen viele Kleister auch transparent (Hinweise auf der Verpackung des Kleister lesen). Profi-Tipp Übernehmen Sie sich nicht beim Einkleistern. Kleistern Sie stets nur so viele Bahnen ein, wie Sie in angemessener Zeit (=Einweichzeit, also 10 bis 15 Minuten) auch verarbeiten können. Achten Sie darauf, allen Bahnen eine gleich lange Einweichzeit zu gewähren. Vor dem Anbringen der Tapetenbahnen sollten Sie den Untergrund mit verdünntem Tapetenkleister vorstreichen. Der Normalfall und der einfachste Part am Tapezieren ist das Anbringen der Tapetenbahnen auf geraden Wänden. Gehen Sie dazu wie folgt vor: Zeichnen Sie mit Hilfe eines Lotes einen exakt senkrechten Strich auf die Wand. Profi-Tipp Die Markierung sollte so dezent wie möglich ausfallen. Ein dunkler Puder oder Filzstift setzt sich durch Feuchtikkeit des Kleister manchmal in 'Tinte' um, welche die Naht (besonders bei einer hellen Tapete) unangenehm auffallen lassen kann! Dies ist die Markierungslinie zum Ausrichten der ersten Bahn. Halten Sie die eingekleisterte und eingeweichte Tapetenbahn oben an beiden Seiten fest und setzten Sie sie an Ihre Markierungslinie. Die erwähnten zwei bis drei Zentimeter Überstand (wahlweise wie erwähnt u.U. auch uneingekleistert) an der Bahn sind für die Decke und Bodenleiste bestimmt. Nun entfalten Sie die Bahn vorsichtig nach unten und achten Sie darauf, dass der Seitenrand mit der Markierungslinie übereinstimmt. Da Sie sowohl die Tapetenbahn als auch den Untergrund eingekleistert haben, können Sie die Tapetenbahn mühelos verschieben, bis sie genau senkrecht anliegt. Dann streichen Sie die Tapetenbahn von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten hin vorsichtig mit einer Tapezierbürste fest – et voilà, Ihre erste Tapetenbahn hängt dort, wo sie hingehört. Zum Andrücken von Tapeten mit empfindlicher Oberfläche (z.B. Velourstapeten) sollten Sie statt der Tapezierbürste eine Rolle aus Moosgummi benutzen. Entfernen Sie nun den Überstand, so dass die Tapete bündig mit der Decke und dem Boden bzw. der Bodenleiste abschließt. In diesem Beispiel wurde die gesammte Bahn sammt dem Überstand von zwei bis drei Zentimeter eingekleistert. Mit dem Rücken der Schere wird die Tapete bündig in die Ecke gedrückt. Nun wird die Tapete vorsichtig wieder etwas abgezogen. Auf der Rückseite ist jetzt eine klare Markierungslinie sichtbar. Entlang dieser Linie wird nun der Überstand zwischen Wand und Decke sorgfältig abgeschnitten. Die Tapete wird nun (selbst bei etwaigen Unebenheiten der Ecke) genau bündig sein. Mit einem feuchten Lappen (nur etwas Wasser - keine Seife oder sonstige Lösemittel) wird in diesem Bild etwas verbliebener Kleister mühelos beseitigt. Hier wiederum mußte der Abschluß an der Bodenleiste stattfinden, da die Leiste mit zähem Kleber ursprünglich befestigt wurde. Falls möglich (genagelt/verschraubt) sollte die Leiste für einen sauberen Abschluß im Bodenbereich immer entfernt werden - Vorsicht: Beim Zuschneiden der Tapete Finger weg von der Schnittbahn! Jeder Profi kennt die Gefahr (unsichtbare Finger unter der Tapete) beim Zuschneiden! Beim Anbringen der weiteren Bahnen können Sie sich einfach an der ersten Bahn orientieren, jedoch sollten Sie von Zeit zu Zeit das Lot dennoch dazu benutzen, um die korrekte Ausrichtung jeder einzelnen Bahn zu überprüfen. Die Nähte zwischen den einzelnen Tapetenbahnen können Sie mit dem Nahtroller glatt streichen und so dafür sorgen, dass diese sauber und schön verarbeitet sind. Profi-Tipp Es gilt bei der ersten Bahn geduldig zu sein und besonders präzise zu arbeiten, da diese Bahn auch sehr wichtig für den Rest des Projektes ist. Die Markierungslinie sollte z.B. genau beachtet werden. Achten Sie auch auf Luftblasen unter der Tapete, welche Sie (noch!) eher problemlos in Richtung der Außenkante der Tapete vorsichtig (u.a. mit Ihrer Tapezierbürste) bewegen können. 'Gefangene' Luftblasen, die sich nicht mehr zum Rand bewegen lassen, können mit einem winzigen Einschnitt beseitigt werden und die Tapete dann vorsichtig mit der Bürste oder Hand (vorausgesetzt der Kleister ist noch feucht) angedrückt werden. Es sollte stets "mit dem Licht" tapeziert werden, d.h. Sie sollten Ihre erste Bahn links oder rechts von einem Fenster anbringen. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie die Fensternische sauber verarbeiten können (siehe unter "Fensternischen tapezieren"). Sind die Tapetenbahnen glattgestrichen, müssen sie gut trocknen. Das Trocknen darf jedoch keinesfalls allzu schnell vonstatten gehen oder gar künstlich (z.B. mit einem Fön) beschleunigt werden! Um Risse, Spannungen und Unebenheiten durch zu schnelles Trocknen auszuschließen, sollte die Raumtemperatur beim Tapezieren maximal 20 Grad betragen und es sollte dabei keine Zugluft vorhanden sein. Kleinere Reparaturen und Ausbesserungen Sich ablösende Nähte lassen sich schnell und problemlos mit "Nahtkleber" reparieren. Damit Sie jederzeit größere Ausbesserungen vornehmen können –schnell ist die Tapete ruiniert, z.B. durch malfreudige Kleinkinder oder durch Anstoßen mit spitzen Gegenständen (Möbeltransport)- empfiehlt es sich, immer einen Rest der verwendeten Tapete aufzubewahren. Werfen Sie den Verschnitt also nicht weg, sondern deponieren Sie ihn im Keller oder Speicher, und Sie sind für "Notfälle" stets gerüstet. Sehr umfangreiche Tapezierarbeiten Sie müssen sehr viel tapezieren, sei es, weil Sie ein großes Haus Ihr eigen nennen oder weil Sie nach unserer Anleitung Gefallen am Tapezieren gefunden haben? Dann wäre eine sog. "Kleistermaschine" genau das Richtige für Sie. Ein Kleistergerät besteht u.a. aus einer Kleisterwanne und einer Walze, über welche die Tapetenbahnen gezogen und somit schnell und gleichmäßig eingekleistert werden. Es gibt im Fachhandel sogar einen speziellen Kleister für Kleistermaschinen, dessen Eigenschaften perfekt auf die "maschinelle" Verwendung abgestimmt ist. Dieser "Maschinenkleister" wird – sofern nicht anders angegeben - im Ansatzverhältnis 1:35 mit kaltem Wasser angerührt. Das Anrühren sollte zügig vonstatten gehen, um eine gleichmäßige Konsistenz zu erzielen, und Sie sollten drei Minuten nach dem Ansetzen des Kleisters das Ganze nochmals kräftig umrühren. Danach ist der Kleister gebrauchsfertig und kann in die Kleisterwanne der Maschine umgefüllt werden. Die Tapetenbahnen werden nun so über die Walze der Kleistermaschine geführt, dass die Oberseite der Tapete nach oben zeigt. Die Walze trägt dabei den Kleister auf die Unterseite der Tapete auf. Die Dicke der Kleisterschicht kann am Gerät reguliert werden. Auf diese Art und Weise können Sie sehr zügig tapezieren. Profi-Tipp Kleistermaschine Einige Baumärkte bieten Kleistermaschinen gegen Kaution auch zum Verleih an. Tapeten mit Versatz Zahlreiche Tapeten weisen ein fortlaufendes Muster auf. Damit dieses Muster nahtlos auf die Wand kommt, müssen Sie bei diesen Tapeten den korrekten Versatz beachten. Ganz besonders wichtig bei dieser Tapeten-Art ist das gleichmäßige Einkleistern und die gleich lange Einweichzeit aller Tapetenbahnen, da sich andernfalls die Bahnen ungleichmäßig dehnen und sich das Muster verziehen kann. Natürlich sollte der harmonische Verlauf des Musters auch an Durchgängen und an Fenster- und Türnischen erhalten bleiben. Die wichtigste Grundregel hierbei ist es, sich immer nur von einer Seite "heranzutapezieren". Ist die letzte Bahn vor der Fenster- oder Türzarge zu breit, schneiden Sie sie in Längsrichtung mit einem Überstand von zwei bis drei Zentimeter ab. Nach dem Andrücken der Bahn schneiden Sie diesen Überstand passgenau mit einem scharfen Cutter ab. Nun können Sie die Tapetenbahn so andrücken, dass sie exakt mit der Fenster- oder Türzarge abschließt. Achten Sie unbedingt darauf, ob die Tapete ansatzfrei ist, einen "geraden" oder "versetzten" Ansatz hat oder gar "gestürzt" geklebt werden muss. Eindeutige Hinweise darauf gibt Ihnen das entsprechende Symbol auf der Umverpackung der Tapete. Profi-Tipp Am wichtigsten ist der perfekte Versatz des Musters auf Augenhöhe, da Fehler an dieser Stelle am ehesten ins Auge fallen. Richten Sie daher Ihre gemusterten Tapetenbahnen auf Augenhöhe so gut wie möglich aus. Kleine Versatz-Fehler über oder unter Augenhöhe fallen nicht so stark auf. Problemzonen beim Tapezieren Schön und gut – aber was ist mit den "Problemzonen"...? Nun werden Ihre Räume sicherlich nicht nur aus glatten Flächen bestehen, sondern auch Ecken, Kanten, Türen und Fenster aufweisen. Bei diesen "Problemzonen" gilt es, einige Besonderheiten zu beachten: Sauberes Abschließen an Fußbodenleisten Drücken Sie den Überstand am unteren Ende mit einem stumpfen Gegenstand (Rücken einer Schere, Lineal oder ähnliches) in den Winkel zwischen Wand und Fußleiste und ziehen Sie ihn danach wieder heraus. Am so entstandenen Knick auf der Rückseite sehen Sie, wie lang das untere Ende der Tapetenbahn sein muss, um exakt bündig mit der Fußbodenleiste abzuschließen. Schneiden Sie die Tapete entlang des sichtabren Knicks ab, was am präzisesten mit einem scharfen Cutter gelingt. Auf der ganz sicheren Seite sind Sie, wenn Sie vor dem Tapezieren die Fußbodenleisten abnehmen und erst wieder anbringen, wenn die Tapeten angebracht und vollständig getrocknet sind. Denn dann verschwinden eventuell unsauber abgeschnittene Tapetenenden einfach unter den Fußleisten. Um Ecken und Kanten herum Tapezieren Oft "gefürchtet", ist das Tapezieren um Ecken und Kanten herum eigentlich gar nicht so schwierig: Innenecken (sog. "konkave Ecken"): Setzen Sie die Tapetenbahn so an, dass an der zu tapezierenden Ecke ca. ein oder maximal zwei Zentimeter Tapete übersteht. Drücken Sie den Überstand um die Ecke herum an, sobald die Bahn korrekt sitzt. Die nächste Bahn wird neu ausgelotet und bündig mit der Ecke angebracht (der zuvor um die Ecke herum angebrachte kleine Überstand wird dabei übertapeziert). Außenecken (sog. "konvexe Ecken"): Bei Außenecken gehen Sie ähnlich vor, nur dass sich die Tapeten hierbei nicht überlappen, sondern an der Kante passgenau aufeinandertreffen sollten. Nur bei sehr unebenen Außenecken lassen Sie die Tapetenbahnen, wie unter "Innenecken" beschrieben, ein bis zwei Zentimeter überlappen. Profi-Tipp Verläuft die Ecke nicht gerade, schneiden Sie den 1-cm-Überstand an mehreren Stellen ein und sorgen Sie so für eine faltenfreie Anbringung. Fensternischen tapezieren An Fensternischen werden die angrenzenden Tapetenbahnen so angesetzt, dass die Tiefe der Nische berücksichtigt wird und somit die Tiefe der Nische "an einem Stück" tapeziert wird. Planen Sie vorsichtshalber noch etwas Verschnitt hinzu, so dass Sie die Tapetenbahn am Ansatz des Fensterrahmens passgenau anbringen können. Mit dem passgenauen Anbringen am Fensterrahmen und am Fenstersims können Sie so verfahren, wie oben unter "sauberes Abschließen an Fußbodenleisten" beschrieben. Die Bahn(en) über dem Fenster in den Fenstersturz hineinklappen und passgenau zuschneiden. Decken tapezieren Die Decke wird immer zuerst bearbeitet (erst danach die Wände)! Bei der Decke die erste Bahn so zuschneiden, daß 1 - 2 Zentimeter der Tapete auch auf der Wand kleben. Danach die Tapete in den Winkel zwischen Decke und Wand pressen und den Restbestand an der Wand mit dem Universalmesser entfernen. Das Tapezieren von Decken erledigt man am besten zu zweit: Einer steht auf einer Klappleiter und setzt und drückt die Bahn an, der andere hält den noch nicht angesetzten Teil der Bahn hoch. Der "zweite Tapezierer" kann zum Hochhalten der Tapetenbahn einen Besen benutzen, um so dem auf der Leiter stehenden "ersten Tapezierer" die Tapete nach und nach zu reichen. NICHT zu empfehlen ist ein Brett zwischen zwei Leitern! Ein Unfall ist quasi vorprogrammiert! Sollte ein "Gerüst' erforderlich sein um eine hohe Decke zu tapezieren, dann wenden Sie sich am besten an einen Fachmann oder überlegen sich u.U. statt dessen das Streichen der Decke. Um Schalter und Steckdosen herum tapezieren Achtung: Vor dem Hantieren an Steckdosen unbedingt den Strom abstellen (Sicherungskasten)! Nehmen Sie die Blenden von Schaltern und Steckdosen ab und tapezieren Sie so "unter die Blenden". Bei Schaltern eignet sich erst ein Einschnitt kreuzweise. Schneiden Sie (nachdem das Tapezieren im Zimmer vollendet ist und der Kleister trocken ist) mit dem Universalmesser den Schalter oder die Steckdosenelemente dann frei – natürlich maximal so weit, dass die entstehende Öffnung später nicht unter der Blende herausschaut.. Wenn Ihre Tapezierarbeiten beendet sind, bringen Sie die Blenden einfach wieder an. So erzielen Sie eine optisch völlig nahtlose Tapete an diesen Stellen. Kleinere Reparaturen und Ausbesserungen Sich ablösende Nähte lassen sich schnell und problemlos mit "Nahtkleber" reparieren. Sollte die Tapete beschädigt werden (meistens bedingt durch Möbeltransport und/oder malfreudige Kleinkinder), dann ist das auch nicht so tragisch: Simulierte Reparaturstelle 'X' (entfernen sie die womöglichen kleinen Papierfetzen unmittelbar bei einem Einriß erst vorsichtig mit einem Universalmesser).Schneiden Sie ein etwas grösseres (falls Muster, dann natürlich passendes) Quadrat aus einem Tapetenrest aus. Danach kleistern sie das ausgeschnittene Stück ein, kleben es dann direkt auf die Schadenstelle der 'alten' Tapete und lassen es für kurzfristig (zehn bis zwanzig Minuten) etwas antrocknen. Dann nehmen Sie Ihr Universalmesser und schneiden vorsichtig ein kleines Quadrat durch beide Tapeten um die Reparaturstelle. Hinweis: Die Spitze der Klinge am Universalmesser muß absolut scharf (neu) sein bei Feinarbeiten mit Tapeten! Daraufhin ziehen sie den Restbestand ausserhalb des Quadrates und das Quadrat selbst vorsichtig wieder ab. Danach entfernen sie das 'alte' Tapetenquadrat an der Wand (sammt der Beschädigungsstelle) und fügen nun das neue Quadrat einfach ein. Es wird perfekt passen! Damit Sie jederzeit Ausbesserungen vornehmen können, empfiehlt es sich, immer einen Rest der verwendeten Tapete aufzubewahren. Werfen Sie den Verschnitt also nicht weg, sondern deponieren Sie ihn im Keller oder Speicher, und Sie sind für "Notfälle" stets gerüstet. Raumwirkung Wände und Decken nehmen den mit Abstand größten Teil der Fläche eines Raumes ein Deshalb ist es von großer Bedeutung, diese Flächen ansprechend, überlegt und stilvoll zu gestalten, wollen Sie sich in Ihren Räumen wohlfühlen. Mit etwas Kenntnis über die Wirkung von Farben und Design können Sie mit der richtigen Tapetenwahl das Beste aus Ihren Räumen herausholen. Opulente Menschen nutzen seit jeher oft längsgestreifte Kleidung, um sich optisch dünner zu machen. Dieser auf den ersten Blick vielleicht lustig anmutende Vergleich ist aber keinesfalls weit hergeholt, denn auch die "Kleidung unserer Räume" kann diese größer oder kleiner, niedriger oder höher, freundlicher oder düsterer wirken lassen: Große Räume wirken kleiner und gemütlicher, wenn Sie kräftige Farben und/oder großflächige Muster einsetzen. Auch mit diagonal ausgerichteten Tapetenmustern können Sie den Raum optisch "verengen" und so für mehr Gemütlichkeit sorgen. Kleine Räume wirken gleich viel größer, wenn Sie helle Farben und/oder kleinflächige Muster einsetzen. Die Tiefe eines kleinen Raumes kommt am besten zur Geltung, wenn Sie die hintere Wand ("Stirnwand") in einem zurückhaltenden Farbton tapezieren (z.B. helle Pastell-Töne, hellgrün, hellblau) und die seitlichen Wände hell (helles beige, weiß, sehr helles blau). Niedrige Räume gewinnen optisch an Höhe, wenn Sie sehr helle Tapeten mit senkrechten Streifen wählen und die Decke weiß tapezieren. Ein Deckenfluter als Raumbeleuchtung unterstreicht diesen Effekt nochmals. Hohe Räume, wie sie zuhauf in Altbau-Wohnungen zu finden sind, wirken niedriger, vertrauter und gemütlicher, wenn Sie etwas dunklere Tapeten mit waagerechten Streifen oder waagerecht ausgerichteten Mustern verwenden. Generell kann man sagen, dass helle Tapeten Räume optisch vergrößern und "freundlicher" machen, während dunklere Farben unser Auge dahingehend täuschen, dass uns ein Raum kleiner vorkommt. Umwelt, Raumklima, Sicherheitsaspekte Zahlreiche Websites befassen sich ausführlich mit der Thematik "Tapeten" und "Tapezieren", doch kaum eine bietet eine fundierte Betrachtung der Umwelt- und Sicherheitsaspekte, die die Verwendung von Tapeten mit sich bringen. Daher möchten wir Ihnen einen Überblick verschaffen, welche Überlegungen abseits von Farben und Design bei der Tapetenwahl auch eine Rolle spielen sollten: Entsorgung Tapeten und Tapetenreste können generell problemlos über den "normalen" Hausmüll entsorgt werden. Allerdings ist die Herstellung insbesondere von PVC-Tapeten umweltbelastend, mit Abstand am umweltfreundlichsten sind Raufaser-Tapeten, die das "Blaue-Umweltengel"-Siegel tragen. Dieses wird nur vergeben, wenn die Raufaser-Tapete aus mindestens 80% Recycling-Stoffen besteht und kein PVC enthält. Papier-Präge-Tapeten und Struktur-Vinyl-Tapeten enthalten oftmals Chlor, welches zur Oberflächenbehandlung eingesetzt wird. Chlorfreie Alternativen bieten z.B. die Firmen Marburg (Supranova, Atlantis) und HETA (Renova) an. Raumklima und Allergien Insbesondere für Allergiker ist es wichtig, bei der Tapetenwahl auf Verträglichkeit zu achten. Auch hier sind Tapeten, die PVC enthalten, problematischer als klassische Papier- oder Raufasertapeten: Sowohl PVC-Böden als auch –Tapeten belasten die Raumluft mit Weichmachern, die langsam ausgasen. Einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts zufolge treten bei modernen PVC-Tapeten zwar selbst bei Zimmertemperaturen von 30 Grad Celsius keine Ausgasungen von Weichmachern auf, bedenken Sie jedoch trotzdem, dass für Allergiker schon geringste Konzentrationen problematisch sein können. Wasserdampfdiffusionsverhalten Moderne Vinyl-Tapeten mit aufgeschäumter Oberfläche ("Struktur-Vinyl-Tapeten", "expanded vinyl") besitzen ein nahezu gleichwertiges Wasserdampfdiffusionsverhalten wie Papier- oder gestrichene Raufasertapeten. Dennoch erreichen Sie die beste Wasserdampfdiffusion mit Tapeten, die weitgehend aus natürlichen Stoffen bestehen (z.B. Raufaser). Fungizide (Pilzvernichtungsmittel) Die in Deutschland hergestellten PVC-Tapeten enthalten keine Fungizide. Lediglich bei den selten gewordenen vorgekleisterten Tapeten, deren Rückseite bereits beim Kauf mit Kleister überzogen ist, enthält der Kleister geringe Mengen von Fungiziden, die jedoch den Anforderungen des Lebensmittelgesetzes gerecht werden. Sie schützen die Kleisterschicht vor Pilzbefall. FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) Bei der Herstellung von Vinyl-Tapeten mit aufgeschäumter Oberfläche ("Struktur-Vinyl-Tapeten", "expanded vinyl") werden zum Aufschäumen der Oberfläche chemische Treibmittel eingesetzt. Diese ergeben durch Ausdehnung die charakteristische relief-artige Oberfläche. Diese in Pulver-Form eingesetzten Treibmittel zersetzen sich jedoch bei 210 Grad Celsius restlos und sind nicht zu verwechseln mit den die Ozonschicht schädigenden FCKW-Treibgasen. Brandverhalten Vinyl-Tapeten, Struktur-Vinyl-Tapeten und PVC-Tapeten sind in der Regel "schwer entflammbar" nach DIN 4102B1 (siehe hierzu die Hinweise auf der Umverpackung). Der beim Brennen dieser Tapeten-Arten entstehende Chlorwasserstoff hat durch seine reizende Wirkung eine warnende Funktion. Insbesondere in Küchen, Hotel- und Kinderzimmern ist es ratsam, solch schwer entflammbare Tapeten einzusetzen.